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Spielspaß mit Federball, Badminton und Co.

Wussten Sie, dass Badminton die schnellste Ballsportart ist und hohe Ansprüche an die Sportler stellt? Bei Könnern fliegt der gefiederte Ball schon mal mit über 400 Stundenkilometern durch die Luft. Dagegen erscheint das familiäre Federballspiel im Park recht gemütlich. Beide Rückschlagspiele gehen auf gemeinsame Wurzeln zurück, weisen jedoch einige Unterschiede auf. Hinzugekommen sind zudem neue Varianten wie Speedminton. Wie sich die verschiedenen Versionen unterscheiden, wie man sie spielt und warum sie dem Körper gut tun, erfahren Sie hier.

Geschichte der fliegenden Federbälle

Das Spiel mit gefiederten Bällen ist etwa so alt wie unsere Zeitrechnung. 2000 Jahre alte Höhlenzeichnungen in Indien sollen bereits ein Federball-ähnliches Spiel zeigen. Wie dies genau entstand, ist zwar nicht klar, doch man kann sich gut vorstellen, dass Menschen früh herausfanden, wie gut mit Federn gespickte Korken oder Holzkugeln fliegen. Die Alten Griechen hatten ebenso Freude an solchen Rückschlagspielen wie Inkas und Azteken. In Europa vergnügte sich im 16. Jahrhundert insbesondere der Adel mit einem Federball-Spiel, das damals Battledore oder Shuttlecock genannt wurde.

Badminton: Briten-Sport aus Indien

In Indien lernten britische Kolonialherren das Federballspiel „Poona“ kennen und lieben. Von dort gelangte es in der Mitte des 19. Jahrhunderts nach Großbritannien. Gespielt wurde es auch auf dem Landsitz des Herzogs von Beaufort im Dorf Badminton, wodurch der Name Badminton entstand. 1893 wurde in Großbritannien der erste Badmintonverband gegründet und bald auch Meisterschaften durchgeführt. Weltmeisterschaften im Badminton werden seit 1977 ausgetragen. Und seit 1992 ist die Sportart eine anerkannte olympische Disziplin.

Was Badminton mit Goldbären verbindet

In Deutschland gab es zwar 1902 in Bad Homburg den ersten Badminton-Club, doch populär wurde das Spiel erst nach dem Zweiten Weltkrieg in den 50er Jahren. Eng verbunden ist die Badminton-Geschichte in Deutschland auch mit dem Süßwarenhersteller Haribo. Dessen Chef Hans Riegel war erster Deutscher Badminton-Meister im Herrendoppel und der erste Vorsitzende des 1953 gegründeten Deutschen Badminton-Verbandes. Zugleich baute er die erste Badmintonhalle Deutschlands auf dem Haribo-Firmengelände in Bonn, wo man bis zu ihrem Abriss 2014 mit Gummibärchen-Duft in der Nase Badminton spielen konnte.

Federball als Freizeitspaß

Die Adligen im 16. Jahrhundert betrieben Federball als gesellschaftliches Vergnügen. Dabei ging es vor allem darum, sich den Federball gegenseitig zuzuspielen und ihn möglichst lange in der Luft zu halten. Also ähnlich unkompliziert wie wir heute noch Federball als Freizeitspaß betreiben. Dazu braucht man nur einfache Schläger, einen Federball und etwas Platz – schon kann es losgehen. Wer es etwas reglementierter mag, kann Spielfelder abstecken oder aufmalen und in der Mitte ein Netz aufspannen. Wettkampfbegeisterte Spieler stellen Regeln auf und spielen nach Punkten. Vorteil für Freizeitspieler: Jeder kann nach Lust und Laune spielen und sich mit viel Spaß an der frischen Luft bewegen.

Badminton als vielseitiger Sport

Während Federball wunderbar leicht und unkompliziert daherkommt, gilt Badminton als anspruchsvoller Sport. Der schnelle Ball erfordert eine gute Reaktion, sowie Wendigkeit und reichlich Kondition. Neben der Schlagkraft sind feinfühlige Technik und raffinierte Spieltaktik gefragt. So trainiert Badminton Körper und Geist in vielfältiger Weise. Weitere Pluspunkte des spannenden Sports: Man braucht keine umfangreiche Ausrüstung, und Frauen und Männer können diesen Sport gut gemeinsam betreiben.

Spielfeld und Spielregeln

Gespielt wird Badminton in mindestens fünf Meter hohen Hallen, damit der gefiederte Ball nicht dem Wind ausgesetzt ist und nirgendwo hängen bleibt. Das 13,4 Meter lange und 6,1 Meter breite Spielfeld ist in verschiedene Felder aufgeteilt; die gegnerischen Hälften trennt ein aufgespanntes Netz. Wer aufschlägt, muss von der hinteren Aufschlaglinie aus in das schräg gegenüber liegende Aufschlagfeld des Gegners spielen. Beim Badminton gelten auch Bälle, die knapp über das Netz gehen und es dabei berühren, als korrekt.

Konnte früher nur die aufschlagende Partei Punkte erzielen, wird seit 2006 nach dem Rallypoint-System gezählt, bei dem jede Partei punkten kann, unabhängig vom Aufschlag. Kann eine Partei den in ihr Feld gespielten Ball nicht regelkonform zurückschlagen oder spielt den Ball ins Aus, erhält die gegnerische Partei einen Punkt.

Ausrüstung: Federbälle und Schläger

Für Freizeitfederball benötigt man keine aufwändige Ausrüstung. Einfache Schläger und Kunststofffederbälle reichen in der Regel aus. Ambitionierte Badmintonspieler greifen zu hochwertigen Schlägern und Bällen. Für die Halle empfehlen sich zudem Badmintonschuhe, die eine schnelle und wendungsreiche Laufarbeit unterstützen und auf dem Hallenboden nicht abfärben.

Federbälle haben klassischerweise einen Kopf aus Kork, der heute in der Regel ummantelt wird. Ein Kranz aus Enten- oder Gänsefedern sorgt für gute Flugeigenschaften. Bei hochwertigen Badmintonbällen kommen bester Naturkork und edle Naturfedern zum Einsatz. Freizeit-Federbälle werden dagegen überwiegend aus Kunststoff gefertigt. So fliegen sie zwar nicht ganz so gut, sind jedoch robuster und günstiger. Die farbigen Ringe am Kopf eines Federballs zeigen die Geschwindigkeit der Bälle an. Das Besondere an Federbällen ist übrigens ihre parabelförmige Flugkurve. Zunächst steigen sie lang und weit und fallen dann relativ steil ab.

Federball- bzw. Badminton-Schläger werden aus Metall hergestellt und mit Saiten bespannt. Günstige Freizeitschläger besitzen ein einfachen Rahmen und Kunststoffsaiten. Mit den flexiblen Schlägern können Ungeübte leichter und armschonender spielen. Professionelle Badminton-Schläger zeichnen sich durch einen festen Rahmen aus hochwertigen, gut verarbeiteten Metallen aus. Für die Bespannung werden Saiten aus Naturdärmen oder verflochtenen Kunstfasern verwendet. Diese Profi-Schläger haben ein relativ geringes Gewicht und ermöglichen technisch versierten Ballsportlern besonders präzise Schläge.

Neue Variante: Speed-Badminton

Im Jahre 2001 entwickelte der Berliner Bill Brandes die Idee für eine Kombination aus Badminton, Squash und Tennis. Speed-Badminton kann problemlos überall draußen gespielt werden. Als Ball dient ein kleiner, schwerer Federball, der so genannte Speeder. Die Speedminton-Schläger ähneln länglichen Squash-Schlägern. Jeder Spieler spielt in einem Quadrat von 5,5 Meter mal 5,5 Meter, die 12,8 Meter voneinander entfernt liegen. Diese Felder können einfach abgesteckt, aufgemalt oder mit speziellen Gurtbändern oder Gummilinien ausgelegt werden. Speedminton lässt sich freizeitmäßig locker spielen wie Federball oder sportlich ambitioniert wie Badminton. Eine wahre Gaudi ist Blackminton mit fluoreszierenden Bällen im Dunkeln bei Schwarzlicht.