Risikoschwangerschaft: Gefahren einer späten Schwangerschaft

Frühe Schwangerschaft

Noch vor rund 10 Jahren war eine Frau bei der Geburt des ersten Kindes im Durchschnitt 25 Jahre alt. Heute befinden sich viele Frauen in diesem Alter noch in der Ausbildung, lernen an der Uni oder haben noch nicht den richtigen Lebenspartner gefunden. Die Entscheidung für eine Schwangerschaft fällt dementsprechend später. Mit Mitte 30 das erste Kind zu bekommen ist keine Seltenheit mehr; doch diese Schwangerschaften bergen erhöhte Risiken für Mutter und Kind. Ab dem 35. Lebensjahr sprechen Mediziner bei Erstgebärenden von einer Risikoschwangerschaft.

Die Gefahr, an Schwangerschaftskrankheiten wie Bluthochdruck oder Diabetes zu erkranken, ist etwa drei Mal so hoch wie bei jüngeren Frauen, weil der Körper sich nicht mehr so leicht auf die hormonellen Veränderungen einstellen kann. Achten Sie auf mögliche Symptome wie einen trockenen Mund, kalte Hände und Füße, Gewichtsverlust oder Kribbeln in den Zehen und Fingern. Auch die Anfälligkeit für Morgenübelkeit, Rückenschmerzen oder Verdauungsprobleme ist bei älteren werdenden Müttern etwa doppelt so hoch wie bei Schwangeren mit 25.

Eine Gestose ist die häufigste Komplikation bei späten Schwangerschaften. Die Erkrankung kommt bei Frauen um die 35 bei einer von sieben Schwangeren vor. Unter Gestose versteht man Krankheiten in der Schwangerschaft, die vom Ursprung her weitestgehend unklar sind. Zumeist zeigen sich ähnliche Symptome wie bei einer Vergiftung oder Grippe, weshalb man landläufig von einer Schwangerschaftsvergiftung spricht. Diese Krankheit ist durchaus behandelbar und bei einer frühen Diagnose besteht keine akute Gefahr von Langzeitschäden für Mutter und Kind.

Auch Erkrankungen oder Gendefekte beim ungeborenen Kind kommen bei einer Risikoschwangerschaft statistisch gesehen häufiger vor. Unter anderem Chromosomenstörungen können bereits ab der 22. Schwangerschaftswoche erkannt werden. Regelmäßige Kontrollen beim Gynäkologen sind somit vor allem bei älteren Schwangeren unerlässlich. Als Regel für eine Risikoschwangerschaft gilt: Gehen Sie lieber einmal zu oft zum Arzt als einmal zu wenig. Ärzte und Krankenkassen bieten verschiedene Zusatzuntersuchungen an, die ohne Zuzahlung in Anspruch genommen werden können.

Kaiserschnitt bei einer Risikoschwangerschaft

Mit der richtigen Vorsorge lassen sich die Gefahren einer Risikoschwangerschaft minimieren. Die neun Monate vergehen genauso unkompliziert wie bei jüngeren Schwangeren und die Vorfreude auf das Baby steigt mit jedem Tag. Bei Erstgebärenden ab 35 Jahren wird jedoch doppelt so oft per Kaiserschnitt entbunden wie bei Jüngeren. Die Risiken bei der Geburt gelten als höher, obwohl keine gesicherten Zahlen vorliegen. Ärzte raten häufig zu einem Kaiserschnitt, um Mutter und Kind vor möglichen Komplikationen zu schützen. Sicher ist, dass es bei Spätgebärenden länger dauert, bis sich der Muttermund öffnet.

Die Phase der erhöhten Anstrengung für Mutter und Kind ist daher länger, doch per Ultraschall und Wehenschreiber lässt sich die Herzfrequenz des Kindes gut kontrollieren. Die Wehen und Presswehen sind bei älteren Schwangeren genauso stark wie bei Jüngeren. Zudem zeigen Untersuchungen, dass ältere Frauen die Strapazen einer natürlichen Geburt in der Regel besser verkraften. Lassen Sie sich mit der Entscheidung für ein Kind so viel Zeit, wie Sie brauchen. Mit einem gesunden Lebensstil und regelmäßigen Kontrolluntersuchungen können Sie sich auch mit Mitte 30 noch auf Kinder freuen.