Die absolute Null-Bock-Phase: Wie helfe ich meinem Kind?

Null-Bock-Phase

Wenn die Kinder klein sind, sind es auch die Sorgen - und für viele Eltern steckt hinter der Volksweisheit auch tatsächlich ein Fünkchen Wahrheit. Die meisten Kinder lieben es, den ganzen Tag zu spielen und auch der Kindergarten ist für die meisten ein großer Spaß. Zwar bestimmen ebenfalls einige Phasen mit bockigem Verhalten den Alltag, aber im Großen und Ganzen ist es schön, wenn die eigenen Kinder noch klein sind. Spätestens mit dem Eintritt in das Schulalter beginnen aber oft die ersten ernsteren Schwierigkeiten. Im Alter zwischen vier und sechs Jahren kommt es bei manchen Kindern zu der sogenannten Null-Bock-Phase. Die Kleinen scheinen auf nichts mehr Lust zu haben, jede Arbeit im Haushalt ist ihnen zu viel und selbst für ihre liebsten Spielsachen können sie sich kaum noch begeistern. Für viele Eltern ist diese Null-Bock-Phase ihres Kindes eine echte Herausforderung. Dies liegt nicht nur daran, dass der Alltag nun wesentlich anstrengender und auch nicht sehr harmonisch ist. Viel eher kommt auch die Tatsache ins Spiel, dass sich die Eltern machtlos fühlen. Sie wissen nicht, warum es ihren Kindern ganz offensichtlich nicht gut geht und finden daher auch keine Lösung. Viele Gesprächsversuche enden schließlich frustrierend und es stellt sich die Frage: Wie kann ich meinem Kind in der Null-Bock-Phase am besten helfen? Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, sollten Sie sich klar machen, dass es keine allgemeingültige Lösung gibt. Jedes Kind reagiert anders und hat auch andere Bedürfnisse - und gerade diese gilt es, zu erkennen. Außerdem sind Sie keine schlechten Eltern, wenn Sie sich nicht gleich zu helfen wissen. Ein Gespräch mit dem Kinderarzt oder sogar mit einem Kinderpsychologen ist unter Umständen zu empfehlen. Dennoch gibt es gleichfalls ein paar einfache Hilfen, die bei den meisten Kindern auf reges Interesse stoßen.

Mit Musik der Null-Bock-Phase gekonnt entgegenwirken

Gründe für den Beginn einer Null-Bock-Phase gibt es viele und bei jedem Kind sind andere Faktoren ausschlaggebend. In der Regel zeigt sich aber, dass die meisten Kinder mit etwa vier bis sechs Jahren in die Phase akuter Unlust kommen. In dieser Zeit ist die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder in vollem Gange. Sie probieren immer neue Dinge aus, lernen ihre Umwelt kennen und können auch komplexere Sachverhalte verstehen. Viele Spiele, die sie einst so geliebt haben, sind ihnen nun schlichtweg zu langweilig. Achten Sie also bevorzugt darauf, dass die Spielsachen dem Alter der Kleinen entsprechen. Auch eine gute Förderung der Kinder ist eine Hilfe, um gut auf eine Null-Bock-Phase zu reagieren. Wenn Sie feststellen, dass Kinder kaum noch Interesse am Spielen haben und nicht wissen, wie sie ihre Freizeit gestalten sollen, dann setzen Sie unterschiedliche Impulse. Einige Kinder begeistern sich vielleicht für Musik. Wenn der liebste Sänger Gitarre spielt, möchten sie dies vielleicht auch lernen und so haben Sie eine sinnvolle Beschäftigung gefunden. Musikunterricht hat dabei außerdem den großen Vorteil, dass Kinder sich kreativ ausleben und Emotionen verarbeiten können. Ähnlich verhält es sich auch mit dem Singen. Eine Anmeldung in einem Kinderchor oder einer Gesangsgruppe kommt insbesondere bei vielen Mädchen sehr gut an. Bei einem solchen Hobby haben sie auch die Möglichkeit, im Alltag Musik einzubinden. Versorgen Sie Ihr Kind mit ausreichend Noten und Mp3s, damit es in der Freizeit Musik hören und selbst machen kann. Andere künstlerische Hobbys eignen sich natürlich gleichermaßen. Malen und Zeichnen sind für Kinder ein gutes Ventil, um Gefühle auszudrücken und Geschehnisse des Alltags zu verarbeiten. Ein weiteres Plus besteht darin, dass die Kinder hier meistens still für sich arbeiten. Dadurch haben Sie selbst ein wenig Zeit, sich einmal zu entspannen und so aus eigener Kraft der Null-Bock-Phase entgegenzuwirken.

Sport und aktive Hobbys - Tipps für die Null-Bock-Phase

Neben der Ausbildung der eigenen Persönlichkeit spielt auch die körperliche Entwicklung während der Null-Bock-Phase eine wichtige Rolle. Kinder lernen nämlich nicht nur ihre Umwelt zu verstehen, sie möchten sie auch aktiv erleben. Die körperlichen Fähigkeiten zu kennen und zu schulen ist ein guter Weg, um Kinder in der Null-Bock-Phase zu motivieren. Der bekannteste Weg dafür ist Sport. Sprechen Sie mit Ihren Kindern und finden Sie heraus, für welche Sportart sich die Kleinen interessieren. Dabei ist Fußball sowohl für Mädchen als auch für Jungen oft sehr attraktiv. Bei diesem Sport werden Kinder körperlich und geistig gefordert und des Weiteren ist Fußball ein Mannschaftssport. Dies hat zur Folge, dass Kinder viele neue Freunde treffen können und sie lernen, im Team zusammenzuarbeiten. Andere Sportarten, die sich ebenso gut eignen wie Fußball, sind Handball, Volleyball, Hockey oder Basketball. Insbesondere Mädchen begeistern sich auch fürs Tanzen. In einer Tanzschule können sich die Kleinen oft mehrmals in der Woche so richtig austoben und sich mit Gleichaltrigen austauschen. Für welche Art des Tanzes Sie sich entscheiden, hängt natürlich in erster Linie vom Charakter Ihres Kindes ab. Eher ruhigere Kinder helfen Sie vielleicht mit Ballett durch die Null-Bock-Phase, wohingegen sehr aktive Kinder eventuell gerne Hip-Hop tanzen. Lassen Sie es bei allen Sportarten ruhig auf einen Versuch ankommen. Sollten Sie dann feststellen, dass es Ihren Kindern nicht hilft und sie auch auf den Sport keine Lust haben, suchen Sie anschließend nach einer anderen Lösung. Binden Sie die Kleinen ruhig mit in den Entscheidungsprozess ein und lassen Sie sie unterschiedliche Aktivitäten austesten. In einigen Fällen muss eine Null-Bock-Phase allerdings nicht der persönlichen Entwicklung geschuldet sein. Viel eher kann es auch daran liegen, dass die Kleinen nun im Schulalter sind und den neuen Alltag mit seinen Verpflichtungen erst kennenlernen müssen. Vor allem schlechte Noten oder Unlust auf die Hausaufgaben können hierfür erste Anzeichen sein. Wenn sich Kinder zu dieser Thematik nicht äußern möchten, fragen Sie ruhig den Klassenlehrer um Rat. Dieser kann Ihnen genau sagen, wie sich die Kinder in der Klasse verhalten und Sie können entsprechend reagieren. Lassen Sie sich für die Suche nach den Gründen ausreichend Zeit und geben Sie auch Ihren Kindern Gelegenheit, sich selbst aus der Null-Bock-Phase zu befreien. Wie bei allen Problemen oder Schwierigkeiten bei der Kindererziehung sind nämlich auch in der Null-Bock-Phase Gelassenheit und Geduld der beste Rat.