Hausarbeit mit Kindern

Hausarbeit mit Kindern

Gleichzeitig mit der Geburt eines Kindes zieht auch eine gewisse Unordnung in die vier Wände der frischgebackenen Eltern ein. Darauf sollten sich die neuen Mamis einstellen. Allerdings – ganz ohne Hausarbeit geht es nicht. Und die stellt die Mütter und Väter oft vor eine Zerreißprobe. Einerseits soll der Nachwuchs in einem gemütlichen und sauberen Heim aufwachsen. Andererseits geht die für die Hausarbeit notwendige Zeit zulasten der Spielzeit. Infolgedessen setzen sich Mamas und Papas unter enormen Druck, sodass im Endeffekt beide Sachen zu kurz kommen.

Dabei lassen sich Hausarbeit und Beschäftigung mit dem Nachwuchs wunderbar miteinander vereinbaren, wenn Mütter und Väter ihr Kind sinnvoll einbeziehen. Das funktioniert auch schon recht gut im Kleinkindalter. Der Nachwuchs findet das toll und erlebt Hausarbeit als lustiges Spiel. Wichtig ist beim Wohnungsputz nur, im Vorfeld um ein Vielfaches mehr an Zeit einzuplanen. Der Nachwuchs hat oft die Angewohnheit hinter dem Rücken von Mama und Papa so manches noch einmal zur Begutachtung aus dem Schrank oder dem Regal zu ziehen. Ein erneutes Mini-Chaos muss somit einkalkuliert werden.

Wann dürfen Kinder helfen

Prinzipiell kann ein einjähriges Kleinkind seiner Mama bereits bei der Hausarbeit unterstützen. Allerdings ist diese Form der Hilfe keine wirkliche Entlastung. Das Kind lernt jedoch bereits zu diesem Zeitpunkt, eigenständig zu arbeiten. Bei sehr vielen Tätigkeiten benötigen die Kleinen noch Mamas oder Papas Hilfe. Zudem dauert alles ein bisschen länger. Hierbei heißt es geduldig sein. Die motorischen Fähigkeiten werden gefördert. Je häufiger ein Kleinkind in die anfallende Hausarbeit einbezogen wird, desto besser klappt es.

Mit zunehmendem Alter und den sich stetig verbessernden Fähigkeiten können Kinder bestimmte Tätigkeiten im Rahmen der Hausarbeit übernehmen. Allerdings müssen Eltern dabei darauf achten, dass die Aufgaben keine Gefahr für den Nachwuchs darstellen. Kinder können unter anderen problemlos beim Wäsche falten oder beim Aufhängen feuchter Kleidungsstücke helfen. Wer sein Kind bei Arbeiten in der Küche unterstützen lassen möchte, sollte dies jedoch stets unter Aufsicht tun.

Mit Freude bei der Hausarbeit

Besonders viel Freude entwickeln Kinder bei der Hausarbeit, wenn Mama oder Papa die Tätigkeiten mit kleinen Spielen verbinden. Wie wäre es mit einem Hausputz à la Pippi Langstrumpf? Dafür bastelt Mama einfach aus zwei Scheulappen "Schuhe", die sich der Nachwuchs an die Füße bindet. Bei lauter Kindermusik vollführen Mutti und Kind einen witzigen Putztanz, bis der Fußboden glänzt. Weiter geht es im Schlafzimmer. Kinder toben für ihr Leben gern über Matratzen. Auf ihnen lässt es sich herrlich springen und tolle Purzelbäume schlagen. Während Mama das Bettlaken wechselt, die Kissen und Decken frisch bezieht, verkleiden sich die kleinen Helfer als Prinz oder Prinzessin. Oder wie wäre es mit einem lustigen Sackhüpfen in benutzten Bettbezügen zum Wäschekorb? Kinder haben bei diesen Spielen so viel Spaß, dass Mama und Papa in der Zeit ein anderes Zimmer aufräumen können. Auch das oft so unbeliebte Zusammenlegen der Wäsche kann mit den Kleinen zum Vergnügen werden, wenn Mami ein paar Süßigkeiten in Socken, Hosenbeinen & Co. versteckt. Eine andere Möglichkeit in einem Haushalt mit zwei Kindern ist das Deponieren von verschiedenen Legosteinen in Kissen- oder Deckenbezügen. Anschließend soll der Nachwuchs einen Turm bauen. Das höchste Bauwerk gewinnt. Bei diesem Spiel entwickeln die Kinder meist großen Ehrgeiz. Auch beim nächsten Spielvorschlag dreht sich alles um das Thema Wäsche. Nachdem Mama oder Papa eine Reihe Leckereien in dem Wäscheberg vor der Waschmaschine „vergraben“ haben, müssen die kleinen „Wühlmäuse“ die süßen Schätze finden. Weiter geht es mit dem Ausleeren von Papierkörben und dem Einsammeln herumliegender Abfallmaterialien. Die Kinder begeben sich auf die Suche nach abgewickelten Klopapierrollen, Verschlüssen von Flaschen oder Joghurtbechern. Nach getaner Hausarbeit dürfen die Kleinen gemeinsam mit den Eltern daraus tolle Sachen basteln.

Kinder spielerisch an die Küchenarbeit heranführen

Jetzt muss die Spülmaschine ausgeräumt werden. Mit dem Besteck lässt sich hervorragend Mikado spielen. Dafür werden Messer, Gabel und Löffel in der Mitte des Esszimmertisches ausgebreitet. Mama, Papa und der Nachwuchs dürfen abwechselnd ein Besteckteil nehmen. Wer das schafft, ohne dass dabei ein Geräusch entsteht, darf es behalten. Ansonsten muss das Teil zurück auf den Besteckstapel.

Kinder entwickeln einen Riesenspaß beim Abräumen oder Decken des Tisches, wenn diese Tätigkeit mit einem kleinen Würfelspiel verbunden ist. Die Anzahl der Augen auf dem Würfel zeigt an, wie viele Utensilien der Nachwuchs auf den Tisch stellen oder vom Tisch abräumen darf. Ziel des Spiels ist, dass am Ende der Tisch gedeckt oder abgeräumt ist.

Die Kinder können auch langfristig Hausarbeiten übernehmen. So haben Kinder sehr viel Freude daran, wenn etwas größer wird oder sogar anfängt zu blühen. Eltern könnten die Kleinen eine Pflanze wählen lassen, um die sich der Nachwuchs fortan kümmert. Nachdem Mama oder Papa ihrem Sprössling erklärt haben, dass ihr Schützling Wasser zum Leben benötigt, erstellen sie gemeinsam mit dem Kind einen Gießplan.

Kinder lieben Erfolgserlebnisse. Und wenn diese auch noch offensichtlich an der Kinderzimmerwand dokumentiert sind, macht das die Kleinen unglaublich stolz. Wie wäre es mit einer kleinen „Urkunde“, wenn der Nachwuchs wieder mal eine Tätigkeit selbstständig erledigt hat? Dafür reicht ein Bild oder Passfoto, dass mit dem Namen des Kindes und dem Grund der Auszeichnung dem Sprössling überreicht wird. Anschließend hängen die Eltern die Urkunde gemeinsam im Kinderzimmer auf.

Je früher Kinder helfen dürfen, desto besser

Eltern sollten ihr Kind möglichst früh an erste Hausarbeiten heranführen. Davon profitieren die Kleinen im Laufe ihres Lebens. Sie können die erlernten Handlungsmuster im Alter besser abrufen und dementsprechend auch ihrem Nachwuchs vermitteln.